Pflanzen, die von den Menschen als solche bezeichnet werden, erleichtern ein wenig den Alltag. Einige Exemplare wie z.B. die Venushasenfalle. erleichtern hingegen nicht, sondern erschweren ihn. Trotzdem finden sie hier Erwähnung.
Aus den gesammelten Aufzeichnungen von Professor H. Brockmann, Bibliothek von Amraltan. Dank seiner großzügigen Erlaubnis öffnet sich hier für euch ein Fenster in die grüne Welt von Arelas.
Willkommen in einer Welt, in der selbst die unscheinbarsten Blätter ihre eigenen Geschichten weben. Hier stellen wir in regelmäßigen Abständen eine neue Hilfspflanze vor – samt Zeichnung, Herkunft und Standort. Auch die mit schlechter Laune.
Wer keine dieser lebendigen Kapitel verpassen möchte, kann sich für die Nachrichten aus Arelas anmelden – und erfährt als Erste:r, wenn zwischen Wurzeln und Worten etwas Neues erblüht.
Tharkresk (Sonnenstab)
(Segmenta solis stipula)
Ordnung:
Stangengewächse
Gattung:
Segmenta
Vorkommen:
Gemäßigte Regionen Arelas, heute vor allem in kultivierten Gärten und Feldern.
Blühverhalten:
Unspektakulär (kleine, unscheinbare, hellgrüne Blüten, meist ignoriert – der Stab zählt mehr).
Beschreibung:
Die Namensgebung entspringt der alten Sprache. Thar’kreskh bedeutet: „Beständigkeit im Wachstum“. Der Sonnenstab ist eine der ältesten Pflanzen Arelas – seit Urzeiten ein Symbol für Beständigkeit und Maß.
Sein Aufbau ist schlicht: ein gerader, hohler Stängel, in exakt gleichen Segmenten unterteilt (jeweils 1 Kaor), der die Maßeinheit ihren Namen verdankt. An jedem Knoten entspringen lanzettliche, gezähnte Blätter und feine Ästchen. An diesen wachsen länglich-ovale, goldschimmernde Samen. Bei voller Reife löst sich der Samen gemeinsam mit dem tragenden Ästchen vom Stängel – ein symbolisches Bild für Beständigkeit und Neubeginn.
Auf die Länge der Samenkörner bezieht sich die Maßeinheit „Thar“.
Wissenswert:
Der Sonnenstab dient nicht nur der Längen- und Flächenmessung – seine reifen Samen werden in einigen Regionen getrocknet, zerstoßen und als würziger "Sonnenpfeffer" gehandelt. Der Geschmack wird beschrieben als eine Mischung aus blumiger Schärfe und sonnenwarmer Erde – mit einem Nachbrennen, das sich diskret erst nach dem dritten Happen meldet.
Duftverhalten:
Die Pflanze selbst duftet kaum merklich, doch frisch aufgebrochene Ästchen verströmen einen harzigen, leicht zitrusartigen Geruch. Manche Bauern schwören darauf, dass ein Sonnenstab auf der Türschwelle Glück bringt - und bessere Ernten.
Anekdote:
Noch vor dem Ersten Zyklus wurde die Fläche eines Landstücks nicht in Dron gemessen – sondern mit einem Urschrei bezeichnet: dem „Aaaar“. Dieser Schrei, den ein Siedler beim Anblick fruchtbaren Bodens ausstieß, ersetzte damals jede konkrete Maßeinheit. Doch die Praxis führte bald zu heillosem Durcheinander – insbesondere beim Hausbau und der Feldaufteilung, wo Gespräche über Grundstücksgrößen regelmäßig in wildem Geschrei endeten. Nach vielen lauten Auseinandersetzungen einigte man sich schließlich auf den Begriff Sonnen-Dron – einen ruhigen, geordneten Namen für eine Fläche, die einst aus einem Urschrei geboren wurde.
Redewendung:
„So sicher wie ein Kaor im Wuchs des Tharkresk.“
Dieses Sprichwort wird verwendet, um absolute Verlässlichkeit auszudrücken – Dinge, die mit Sicherheit eintreffen.
Der Tharkresk gilt durch seinen immer präzisen Wuchs als lebendes Sinnbild für Beständigkeit.
Mythos vs. Botanik
Irrtum: Sonnenstäbe wachsen schneller, wenn man sie täglich misst.
Tatsache: Sie wachsen exakt im eigenen Maß – unabhängig davon, wie oft jemand daneben steht.