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Talivandrael - Letan - Zamira - Silian - Liandrah - Mileš
Tali wollte eigentlich nur seine Ruhe.
Eine kleine Hütte im Wald, ein Topf überm Feuer, Kräuter sammeln, Tee trinken, den Bäumen lauschen. Fertig.
Seine Pläne waren groß. Na gut – eher klein, dafür ziemlich klar:
Keine Abenteuer. Keine Weltrettung. Keine Schicksalsfragen vor dem ersten Kaffee.
Dann kam das Leben dazwischen.
Oder besser: ein Zeichen, das an ihm klebt wie zäher Baumsaft.
Ein Erbe, das er weder kennt noch will – aber das ihn trotzdem gefunden hat.
Und eine Welt, die er nicht länger ignorieren konnte.
Tali ist keiner, der mit dem Schwert voranstürmt (mal ganz davon abgesehen, dass er gar keins hat – dafür ein kleines, krummes Messer, perfekt zum Kartoffelschälen).
Er ist der, der bleibt, wenn andere gehen. Der, der nach dem Sturm wortlos einen Verband anlegt und fragt, ob du Hunger hast.
Was ihn wirklich ausmacht?
Keine Magie, kein Heldenmut – sondern sture Ehrlichkeit, ein großes Herz,
und die simple Weigerung, wegzusehen, wenn er gebraucht wird.
„Was ich trage, hat mich nicht gefragt. Aber jetzt ist’s halt da. Also los.“
Kräutermeister, Heiler und Lehrmeister in Sylmorin.
Letan weiß mehr, als er zeigt –
schweigt mehr, als mancher verträgt, und verträgt mehr, als mancher denkt.
Ein alter Kräutermeister, dessen Weisheit weder laut noch kompliziert ist.
Er lebt in Sylmorin, wo Bäume zuhören und Geheimnisse Wurzeln schlagen. Dort ist er der, zu dem man geht, wenn die Muskeln schmerzen oder eine Frage einfach nicht verschwinden will.
Er lehrt Tali, aber nicht nur über Kräuter. Sondern auch darüber, was es heißt, gütig zu sein – und dass Weisheit nicht immer Antworten gibt, sondern manchmal nur bedächtig nickt.
Was ihn besonders macht?
Seine ruhige Klarheit, seine Fähigkeit zuzuhören und dass er genau weiß, wann man Tee kochen sollte – und wann es an der Zeit ist, zu schweigen.
„Wissen findet dich, wenn du leise genug bist, es zu hören.“
Meisterin der Runen, Hüterin des Gartens und alter Geist in Sylmorin.
Zamira hat zwei große Leidenschaften: Runen und Rosen. Die Runen gehorchen ihr – die Rosen meistens auch. Eine alte Meisterin, deren Garten ebenso legendär ist wie ihre Hartnäckigkeit, Dinge wachsen zu lassen, wo andere längst aufgegeben haben.
Sie ist mit Letan seit Jahrzehnten befreundet, und wie er gehört sie zu den leisen Stimmen von Sylmorin. Wo er zuhört, beobachtet sie – wo er schweigt, hat sie oft eine Meinung, auch wenn diese nicht jedem gefällt.
Doch unter ihrer direkten Art, ihrem scharfen Verstand und ihrem sicheren Händchen für Runen trägt Zamira ein Geheimnis. Eins, das tiefer reicht als Wurzeln – und älter ist als die Zeichen, die sie beherrscht.
Was sie besonders macht?
Ihr Humor, der so trocken ist wie der Sand im fernen Kalidriel, ihre unerschütterliche Entschlossenheit und das stille Lächeln, das sie nur zeigt, wenn niemand hinsieht.
„Runen sind wie Pflanzen: Nur wer Geduld hat, erntet mehr als er sät.“
Meister der Geschichten, der Laute und der Flöte.
Wenn Silian spricht, lauscht man.
Wenn er spielt, vergisst man.
Und wenn er schweigt… dann beginnt man, sich zu erinnern.
Er ist ein Garant für Unterhaltung an jedem Lagerfeuer –
ein Geschichtenerzähler mit einem Funkeln in den Augen und einer Melodie im Herzen.
Was wie Leichtigkeit wirkt, ist in Wahrheit präzise gesetztes Wissen,
tiefer als die Valmorische See und älter als so manch Chronik.
Silian reist viel – von Ort zu Ort, von Bühne zu Bühne –
doch sein Herz schlägt in Sylmorin.
Dort, wo Geschichten geboren werden und manchmal auch enden.
Seine Heimat. Sein Ruhepunkt. Der Ort, an dem selbst seine Lieder langsamer werden.
Was ihn ausmacht?
Ein kluger Witz, ein unerwarteter Akkord, ein Blick, der mehr sieht als Worte sagen.
Und manchmal – ein Lied, das eher erinnert als gesungen wird.
„Geschichten sind wie Lieder. Die guten erzählen sich weiter –
auch wenn niemand mehr weiß, woher sie kamen oder wohin sie gehen werden.“
Waldläuferin, Spurenleserin, Wächterin von Velmora.
Liandrah ist mit jedem Atemzug Natur. Wälder sind keine Kulisse für sie – sie sind Zuhause, Verbündete, Prüfstein.
Als Spurenleserin führt sie durch das Dickicht Velmoras,
nicht nur mit Kenntnis, sondern mit Respekt. Jede Pflanze kennt sie. Jeden Pfad. Jeden Laut, der nicht dorthin gehört.
Sie lehrt Tali, zuzuhören, wenn der Wald flüstert – und sie weicht nicht von seiner Seite, wenn er sie braucht. Beherrscht. Wachsam. Durchtrainiert. Wie ein Luchs, der nicht nur beobachtet, sondern versteht.
Liandrah handelt nicht aus Instinkt, sondern aus Überzeugung. Sie achtet jedes Leben, jede Spur, jeden Ast, der bricht. Nicht aus Schwäche – sondern aus Stärke.
Was sie ausmacht?
Klarheit. Kontrolle. Ein Herz, das für den Wald schlägt – und doch bereit ist, sich für einen Menschen zu öffnen, der lernt, leise genug zu sein.
„Der Wald spricht immer. Die Frage ist nur, ob du zuhören kannst.“
Für jene, die mit ihr gehen – ein sicherer Pfad durch Dunkelheit.
Für jene, die sich ihr in den Weg stellen – sie verschwinden in den Schatten.
Pflanzengeist. Deva. Oder – je nach Tagesform – Naturgewalt auf zwei Beinen.
Mileš ist ein Deva wie aus dem Lehrbuch. Wenn das Lehrbuch von frechen Kommentaren, Moosflechten und gelegentlichen dramatischen Auftritten handeln würde.
Er trägt Ranken nicht zur Zierde – sondern als Werkzeuge. Sie wachsen mit ihm, handeln für ihn, greifen ein, wenn’s sein muss – und auch, wenn’s nicht sein muss.
Er besitzt eine Weisheit, die sich gern hinter flapsigen Sprüchen versteckt. Manchmal sehr gut. Manchmal gar nicht.
Er ist frech. Laut. Unübersehbar. Das Gegenteil von Zurückhaltung. Meistens. Und bringt Leben in jede noch so schweigsame Runde – ob sie will oder nicht.
Was ihn ausmacht? Ein Wurzelwerk an Loyalität. Ein Herz wie ein wucherndes Kräuterbeet. Und die Fähigkeit, jede Szene zu übernehmen – egal, ob sie ihm gehört oder nicht.
„Ich bin kein Mensch. Ich bin Natur mit Meinung.“